Cat Ba – Jetzt gibts was auf die Nase – Tag 26

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Eigentlich wollte ich sowas wie SEX in der Überschrift verwenden, sowas zieht ja immer Leser an und lässt die Leute weiterlesen. Aber enttäuschte Erwartung ist wie mit Heißhunger ne aufgeblasene Tüte Chips öffnen um dann festzustellen das sie nur halb voll ist.
Eine solche Mogelpackung ist meine Auszeit hier in Vietnam zum Glück nicht. Ich bin ohne große Erwartung und Vorbereitung hierher, habe mich auf die Dinge eingelassen die mir spontan gefielen, viel Zeit an einzelnen Orten verbracht um sie genau zu erkunden und nicht nur abzuhaken auf der Liste.
So bremse ich auch immer wieder meinen Tatendrang und nehme mir Zeit zum schreiben und zum lesen, was ich bereits geschrieben und erlebt habe.
Die Reise nach Cat Ba zum Abschluß war eine gute Entscheidung. Entschleunigung, Natur und Müßiggang.

Das ist mir besonders an den Begegnungen mit anderen Vietnam- Asienreisenden aufgefallen. Vom Backpacker bis zum Pauschaltouristen, alle scheinen einen Wettbewerb zu machen, der einem „mein Haus, mein Auto, mein Pferd“ ähnelt.
„Wie da warst du nicht?“ „Ich war schon…“ „Ich bin aber 3 Monate unterwegs“
Gähnende Leere folgt dann meist auf die Frage ob sie denn auch was besonderes dort erlebt haben, etwas unvergessliches, abgesehen vom Eindruck der Natur.
Not my Battle!
Derzeit sitze ich auf der Terrasse der wunderschönen Eco Lodge, mitten im Grünen und genieße die Natur und ihre Geräusche, während ich die letzten Tage revue passieren lasse.
Gleich nach meiner Ankunft hier habe ich mir einen Scooter geliehen um beweglich zu sein, bin durch den Hafen gestreift und hatte für gestern eine Bootstour gebucht.


Aus Street wurde Harbour Fotografie und die Menschen lassen sich voller Stolz gerne bei ihrer Arbeit ablichten.
Gleich zu Beginn bin ich durch die Fischöl bzw. Fischsossen Produktion gestreift. Die großen Tonkrüge auf den Terrassen erregten meine Aufmerksamkeit. Sicher kennt Ihr die asiatische Fischsosse, käuflich auch bei uns in Asiamärkten oder dem ein oder anderen Supermarkt.


Bin mir bis jetzt nicht sicher ob ich wirklich wissen wollte wie das Zeug gemacht wird. Schon nach den ersten Metern war ich geneigt meine Nasenlöcher mit Zigaretten zu bestücken, wollte aber als laufender Opferaltar mit Räucherstäbchen in der Nase nicht noch zusätzlich auffallen. Also Nase zu und durch.
Die Fische werden in großen Betonbecken mit irgendwas versetzt und gären dort in der Sonne vor sich hin, bis ein gräulicher Brei entsteht. Fermentieren? Weder Magen noch Nase wollten es genauer wissen und trieben meine Beine Richtung Eisfabrik.


Hier wird das Eis zum kühlen des Fischs auf den Booten produziert und verladen. In großen Blöcken, die am Stück oder vor Ort zerkleinert auf die Boote kommt. Nicht gerade ungefährlich wie die Vietnamesen auf ihren Schläppchen zwischen den Tanks balancieren oder den durch die Halle gleitenden Eisblöcken ausweichen um sie mit langen Haken weiter Richtung Boote gleiten zu lassen.
Kleine Calamari werden kistenweise auf Autos verladen oder gleich vor Ort an die Restaurants abgegeben. Fangnetze neu sortiert, Dosen gesammelt und mit Backsteinen kleingeklopft, oder die Menschen hocken einfach auf der Hafenmauer und blicken auf das Treiben im Hafen.


Da die Fischölproduktion noch immer an meinen Nasenhaaren haftete, beschloss ich dieselben mit Frischluft auf dem Scooter zu lüften und das Abendessen in der Lodge zu genießen.
Zum Abschluß also frische Shrimps vom Grill, anschliessend in Öl geschwenkt mit Knoblauch und Frühlingszwiebeln und ein Tellerchen der kleineren Sorte in selbst gemachter süß-saurer Soße.
Lecker!

 

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