Cat Ba – Cool bleiben und Waben kauen – Tag 29

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Beim zählen der Tage bin ich mir nicht mehr sicher und zähl einfach weiter, es gibt mehr das Zählt, Zahlen hatte ich bisher genug, der Urlaub ist bezahlt und Graf Zahl kann das eh besser.
Genug der Wortspiele, fröhnen wir lieber weiter dem hervorragendem Seafood hier. Diesmal wollte ich mich so richtig durcharbeiten und habe mir aus den verschiedenen Aquarien des Restaurants meine Leckerreien fangfrisch ausgewählt. Die Muscheln und Shrimps bzw. Kaisergranate ist in dem Fall glaube ich die richtige Bezeichnung, kamen per Scooter gerade frisch vom Hafen. Lediglich die schwarze Auster wartete im Becken auf mich.
Der mit noch 28 Jahren eher junge Besitzer des Restaurants freute sich sichtlich mit mir zu plaudern. Sein Englisch reichte für unsere Konversation und seine Freude über mein Interesse wuchs, als er verstand das ich nur die Hauptzutat wählen wollte, Ihm aber eine klassisch, vietnamesische Zubereitung überlassen sollte.
Gerne hätte ich schon die ganze Reise über mehr von der Zubereitung, Gewürze, Kräuter oder den Sud erfahren, aber die Sprachbarrieren sind doch zu groß.
Nebenbei bemerkt, ich verfolge auf Instagram gerne die Köstlichkeiten des Restaurant „Tatort Essen“ in 45131 Essen. Dringend mal für einen Besuch auf meiner Liste vormerken !
Wie immer kommt alles hier auf einen Schlag und ich versuche mal ein paar Geschmäcker zu beschreiben: Schwarze Auster vom Grill, im eigenen Saft, frittiertem Knoblauch und Spinat sehr fein geschnitten. Dazu ein Dipp abgemischt aus mildem Meersalz, Chili und Limette. Kein Vergleich in der Konsistenz oder Geschmack mit der Auster wie wir sie kennen. Die frische Minze dazu passte hervorragend.
Kaisergranate vom Grill, überstreut mit etwas das vom Geschmack an sehr milden Parmesan erinnert, aber in der Konsistenz eher knusprig wie angebratenes Paniermehl war, leicht gesalzen und auch nicht schmelzend. Nach dem pellen erstmal 2 Minuten Finger ablecken…
Die gelben Muscheln kamen in einem Sud mit Zitronengras, Chili, Sellerie und Kohlrabi.
Na, läuft das Wasser schon im Mund zusammen?
Reis und frischer, gebratener Spinat mit mildem Knoblauch als Beilage.
Um der Haftungsneigung guten Essens in der Bauchgegend entgegen zu wirken, startete ich am Tag darauf früh in den Nationalpark. Insgesamt Ca. 2 Stunden Marsch auf einen der Gipfel mit Aussicht bei 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit.
Anstrengend, aber der Marsch durch den Dschungel und die atemberaubende Aussicht sind unbeschreiblich. Grün soweit das Auge reicht, Vögel die sich anscheinend von einer ungeölten Stihl Kettensäge haben inspirieren lassen und jede Menge Schmetterlinge. Ewiges Rätsel werden mir nur die Asiaten bleiben, die mit einem goldenen Mikro umbaut mit Lautsprechern in der Hand und daraus laut plärrender Musik diese wunderschöne Natur durchwandern.
Am Nachmittag bin ich noch in eine der Höhlen geflüchtet, da ist es wenigstens schön kühl.
Frösteln tut es vielleicht aber durch die Assoziationen an den alten „Alien“ Film, nur das hier die Cocoons versteinert von der Decke hingen und Fratzen wie plötzlich zu Stein erstarrt mit den Wänden verschmelzen. Die Höhle begeht man übrigens alleine, obwohl sie sich in mehreren kleinen Gängen, Sackgassen und nur im Gänsemarsch durchschreitbaren Durchgängen verliert.
Dunstschwaden hängen in der Höhle und immer wieder Fledermäuse die durch den Schein der Lampen huschen.
Der meistbesuchte „Hospital Cave“, der den Amerikanern im Vietnamkrieg als Krankenhaus Sicherheit vor Bomben bot, ist dagegen gähnend langweilig.
Das hier in der Lodge auch Bienenvölker gehalten werden, war mir schon vorher aufgefallen. Heute Morgen allerdings war dann „Ernte“ angesagt. Erste Eindrücke hatte ich bereits bei unserer lieben Freundin Beate gesammelt, die uns Ihrer Völker bei Karlsruhe bereits gezeigt hatte.
Die Bienen sind kleiner hier, scheinen aber gut stechen zu können ;o) Die Vietnamesen sind aber hart im nehmen, Kopfschutz reicht und die Hände werden anschliessend bisschen gerieben, nachdem die Bienen ihren Missmut zum Ausdruck gebracht haben.
Ganz ohne Rauch ging es anscheinend dann doch nicht.
Herzlich, wie ich hier immer angenommen wurde, durfte ich dann auch fotografieren und ein paar Waben auskauen. Der frische, ungesüßte Honig war köstlich und den übriggebliebenen Wachs spuckt man anschliessend einfach wie ein Kaugummi aus. Die Bienen umschwärmen einen dabei, aber wenn man sich zwingt ruhig zu bleiben, passiert auch nichts.
Die Waben werden ausgeschleudert und der Honig tropft viel dünnflüssiger als wir ihn kennen in Kanister. Um die Stöcke von Ungeziefer zu befreien werden sie einfach kurz ausgeflammt, mit Zeitungspapier und dann kommen die ausgeschleuderten Waben wieder hinein. Sobald der Stock verschlossen wieder an seinem alten Platz steht, kann man zusehen wie die Bienen wieder hineindrängen.
Bienenkunde 1.0

 

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