Hanoi – Herringoor hat Schiss – Tag 23

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Wie sagen es die „Beginner“ so schön:
„Letzten Endes kann ich aus dem Schiss die Kraft zehren, die mich voran treibt und mich hindert am schlapp und satt werden“


Expect the unexpected! Oder so könnte man den Tag wohl beschreiben.
Der Plan klang unspektakulär:
Botanischer Garten, alte Brücke. Zu Fuß, wie immer. Unterwegs gab es wirklich nichts besonderes, außer das ich mich echt auf die anstehende Insel freue. Endlich Ruhe !!
Streetfotografie macht mir nen riesen Spass! Beobachten, Szenen suchen oder abwarten, klasse! Aber der Lärm mit der hohen Luftfeuchtigkeit und Hitze ist nicht wirklich auf Dauer sowas wie ein feuchter Traum.
Man weis aber nie was kommt und so entwickeln sich die unglaublichsten Dinge aus total einfachen Situationen. Im Botanischen Garten angekommen, der hat seinen Namen nicht wirklich verdient, habe ich beim Zusehen des unter alten Füchsen noch bekannten Spiel „Hochhalten“ erstmal verschnauft.
Ohne gegen one auf einem Badminton Feld. Angeheizte Stimmung, richtig tolle Atmosphäre, in der nicht mehr ganz junge Spieler vor Publikum versuchten den Ball nicht die Erde küssen zu lassen. Fuß, Kopf, Knie, nur keine Hand im Spiel.
Dann aber wechselten nicht nur die Spieler, auch der Ball wurde gegen eine kleine Kugel mit Federn getauscht. Der ein oder andere von Euch kennt es vielleicht noch.
Quasi wie beim Federball, nur größer und eben ohne Schläger.
„Unspektakulär“ dachte ich noch und sollte aber schon in der Aufwärmphase eines besseren belehrt werden.
Wer meine Brockerhoff-Fotografie Seite ein wenig verfolgt, kennt meine Serien über Kampfsport. MMA, Kickboxen, MuThai. Es wird gesprungen und die Füße fliegen teils höher durch die Luft als manch einer seine Hände bekommt. Und genau das passierte gerade in diesem „Fußfederball“ direkt vor mir! Der Ball wurde mit dem Fuß direkt vor bzw. über dem Netz gerade nach unten geschmettert.
Ich traute meinen Augen nicht. Wer bitte trifft dieses kleine, schnelle Ding mit dem Fuß von oben nach unten Kickend und das ganze noch über der Höhe eines Badminton Netzes?
Crazy! Der „Ball“, oder wie man das Ding nennt, ist nur glaube ich 2 mal auf den Bildern zu sehen, wenn ihr genau hinseht. Das hat mich echt fasziniert und gab der bei uns ausgeübten „Luschiversion“ vor einigen Jahren, eine ganz neue Dimension.
Wieder was gelernt. Der Sport noch in der Hitze, Respekt.


Next Point, Die Brücke.
Eine Stahlkonstruktion aus dem Jahr 1902, gebaut von den Franzosen, natürlich in absolut gepflegtem Zustand… Die Brücke ist „eigentlich“ nur für Mofas und den Zug freigegeben.
Es herrscht witziger Weise Linksverkehr, aber auch da gibt es immer mal ne Ausnahme, wie bei den Fußgängern. Die Brücke vibriert und schwankt wie eine Hängebrücke in Indien, über die gerade eine Herde Elefanten getrieben wird. Auch ohne das der Zug gerade fährt.
Als Fußgänger kann man auf etwa 100x50cm breiten Betonplatten auf der rechten Seite laufen, während die Mofas an einem vorbei donnern. Die Platten sind vertrauenswürdiger Weise wahrscheinlich schon von 1903 und klappern oder schwanken gerne mal, da sie rechts und links nur wenige Zentimeter auf der Metallkonstruktion aufliegen.


Absolut vertrauenswürdig für jemanden, der zwar früher in den Dolomiten geklettert ist, aber über die Jahre Höhenangst entwickelt hat.
Aber da die Reise ja auch der Veränderung dienen soll, habe ich allen Mut zusammengenommen und bin ungefähr bis zur Hälfte gelaufen. Herrlich wenn die Dinger unter den Füßen wackeln und man durch die in die Platten eingelassenen Schlitze noch so ca. 50 Meter in die Tiefe blicken kann.
Bisschen Masochismus muss schon mal sein.
Hoffe Ihr zollt den Bildern, die ich unter Einsatz meines Lebens gemacht habe, den nötigen Respekt ;o)))) Übermorgen geht es auf die Insel, freue mich schon! Bis bald….

 

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